Großer Kampf, bittere Niederlage: Playoff-Traum der BADEN VOLLEYS geplatzt

04. Februar 2026 | Herren, Herren 1 | Alle News anzeigen

Nach starkem Comeback und leidenschaftlichem Kampf fehlen Karlsruhe in den entscheidenden Phasen die letzten Prozente

Am Ende waren die Netzhoppers den BADEN VOLLEYS immer etwas voraus. (Foto: Jasmina Frauendorf)

Karlsruhe (JM). Im richtungsweisenden Duell um die Playoff-Plätze mussten sich die BADEN VOLLEYS SSC Karlsruhe den Energiequelle Netzhoppers Königs-Wusterhausen mit 1:3 geschlagen geben. Nach einem verschlafenen Start kämpften sich die Karlsruher leidenschaftlich zurück und dominierten phasenweise das Geschehen, konnten sich in den entscheidenden Momenten der Sätze zwei und vier jedoch nicht belohnen. Durch die 1:3 (17:25, 19:25, 25:20, 23:25) Niederlage rücken die Playoff-Ränge für die Fächerstädter in weite Ferne, während die Gäste aus Brandenburg einen großen Schritt Richtung K.-o.-Runde machen.

Der Start in die Partie verlief aus Karlsruher Sicht alles andere als nach Plan. Die Netzhoppers bauten von Beginn an einen enormen Aufschlagdruck auf, der die Annahme der BADEN VOLLEYS wackeln ließ. Die Folge: Karlsruhe wurde zu risikoreichen Notangriffen gezwungen, die am gegnerischen Block oder im Aus landeten. Schnell prangte ein deutlicher 1:5-Rückstand auf der Anzeigentafel. Auch im weiteren Verlauf wirkten die Hausherren nervös und fanden kein Mittel gegen die souverän agierenden Brandenburger, die ihren Vorsprung bis zur Satzmitte auf 15:7 ausbauten. Netzhoppers-Zuspieler Hannes Gerken, späterer MVP, nutzte seine Erfahrung und die bis dahin gute Annahme, um seine Angreifer – allen voran einen spielfreudigen Theo Timmermann – immer wieder glänzend in Szene zu setzen. Zwar brachte Trainer Antonio Görtzen durch personelle Wechsel etwas mehr Stabilität und Zuspieler Irizarry fand besser zu seinen Angreifern, doch der erste Durchgang war beim 17:25 nicht mehr zu retten.

Zum zweiten Satz reagierte Görtzen und brachte Denir Hadzic für Irizarry im Zuspiel. Die Maßnahme fruchtete: Die BADEN VOLLEYS fanden nun endlich ihren Rhythmus. Der eigene Aufschlag wurde druckvoller und auch das Element Block-Abwehr agierte nun auf Augenhöhe mit den Gästen (7:7). Es entwickelte sich ein Schlagabtausch im Side-Out-Gleichschritt (14:14). In der entscheidenden Phase waren es jedoch unnötige Eigenfehler auf Karlsruher Seite sowie eine starke Aufschlagserie von Gerken, die den Netzhoppers einen Vorteil zur Crunchtime verschafften (20:17). Als dann auch noch Isiah Olfert mit krachenden Aufschlägen nachlegte, war der Widerstand gebrochen – Theo Timmermann verwandelte den Satzball zum 25:19.

Mit dem Rücken zur Wand und dem wieder genesenen Mika Ahmann auf der Libero-Position für Jackson Holland, startete Karlsruhe in den dritten Durchgang. Wie schon im Satz zuvor blieben die BADEN VOLLEYS bissig (10:10). Die Annahme stand nun deutlich fester, was Hadzic nutzte, um besonders John Obi variabel einzusetzen, der in dieser Phase zum verlässlichen Punktesammler wurde. Beim 13:12 gingen die Karlsruher erstmals in Führung und spielten sich in einen Rausch. Die Abwehr kratzte nun mehr und mehr Bälle vom Boden, während sich auf der Gegenseite plötzlich die Fehler häuften (22:18). Souverän brachte Karlsruhe den Satz mit 25:20 ins Ziel.

Die Euphorie aus dem Satzgewinn nahmen die Gelb-Roten mit in den vierten Durchgang und erspielten sich eine schnelle 6:3-Führung. Doch die Netzhoppers blieben aufmerksam und glichen postwendend aus (6:6). Es entwickelte sich ein echter Krimi, in dem Karlsruhe mit verbesserter Körpersprache und viel Kampfgeist eine knappe Führung verteidigte (12:10). Mitte des Satzes konterten die Gäste jedoch erneut mit starken Aufschlägen (15:15). Es war schließlich wieder Theo Timmermann, der mit seinen Service-Winnern die Weichen für die Gäste stellte (19:18).

In einer spannenden Crunchtime mit ständigen Führungswechseln bewies Timmermann erneut seine Klasse und besorgte den Gästen mit einem cleveren Angriff den ersten Matchball. Ein Angriffsschlag von John Obi ins Aus beendete schließlich ein Spiel, das am Ende auf Messers Schneide stand (23:25).

Während die Netzhoppers die drei Punkte feierten, bleibt für die BADEN VOLLEYS die bittere Erkenntnis einer weiteren knappen Niederlage. Rein rechnerisch ist das Erreichen der Playoffs noch möglich – doch angesichts des Restprogramms aller Beteiligten utopisch.